Maia wird ein Star

Alles ist dunkel, Maia zittert ein wenig, sie zieht sich zusammen. Hier ist Stille, hier ist nichts und das tröstet sie. Sie ist ganz unten, tief vergraben, ein Ort, an den sie sich wünscht, den sie jetzt erreicht.
Aber weil nichts so ist, wie es ist, weil es keinen Frieden gibt, wundert sie sich auch nicht, als eine riesige Hand sie packt, sie in die Höhe hebt. Sie wundert sich nicht, sie weint. In der Ferne Fanfaren, eine seltsame laute und hysterische Musik. Die Klänge kommen schnell näher. Über ihr sind Lichter, sie schießt aus einem Boden, steht im Scheinwerferlicht.
„Liebe Zuschauer, ich präsentiere Ihnen unsere Kandidatin dieses Abends, Maia!! Ich bitte um Ihren Applaus!!“
Ein Mann in einem schwarzen Anzug, er glitzert, Lichter blinken an seinen Schultern. Ein Publikum, versteinert, Wesen wirbeln um sie herum aber sie kann sie nicht so richtig erkennen. Vorhänge im Licht. So viele Farben, wieder Musik, zu laut. Aber kein Applaus …
„So, liebe Maia, jetzt stell ich dir wie immer die Frage, hinter welchen Vorhang wollen wir schauen?“ Maia schaut den Mann an, er hat eine Glatze, sie leuchtet in den Farben der Scheinwerfer.
„Ich habe keine Ahnung, tut mir leid. Vielleicht kann ich ihnen stattdessen ein Gedicht aufsagen? Oder ein Lied singen?“
Maia ist sich nicht sicher, ob sie sich gerade selbst richtig verstanden hat, ein Lied? Sie kann nicht singen.
„Nun, Maia, die Zeit läuft ab, langsam aber sicher musst du dich entscheiden!“
Hat der Mann sie nicht gehört? Maia versucht wieder zu sprechen, aber die Musik ist zu laut. Sie geht langsam zu einem der Vorhänge. Nein, der ist es nicht.
„Ich, es tut mir leid, ich möchte da nicht hinter schauen, ich bin ganz zufrieden, so wie es jetzt ist.“ – Du willst nichts gewinnen?“ – „Ich weiß nicht, was kann ich denn gewinnen? Kannst du mir das sagen?“ – „Aber nein, liebes Kind, natürlich nicht. Die Preise sind doch geheim.“
Maia friert wieder, langsam hebt sie ihre Hand an den Vorhang. Ein riesiger Kiefer kommt hervor und beißt ihr den Arm ab, nein, der ist noch dran, hat sie nicht gerade noch die Zähne gespürt?
„Ich mag keine Geheimnisse!“
Der Mann lacht, als ob sie einen wirklich guten Witz gemacht habe, sie schaut ihn an, weicht zurück, berührt mit den Schultern den Vorhang. Hände fassen sie, der Vorhang fällt herunter, von der Decke, die sie nicht sehen
Der Mann lacht immer noch.
kann. Der Vorhang fällt über sie. Hüllt sie ein. Hände ziehen sie in den Vorhang hinein.
„Gewinne tun weh, das wusstest du doch, aber irgendwann musst auch du gewinnen!“
Es ist dunkel. Irgendwann lassen die Hände sie los.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde am 2. August 2012 um 13:09 veröffentlicht. Er wurde unter Allgemein abgelegt und ist mit getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: