Maia – Interludium

Er zupfte ihr vorsichtig die Haare aus dem Gesicht. Sie glühte, das Haar war schweißverklebt.
„Maia, schläfst du schlecht?“ Eigentlich eine blöde Frage, eben hatte sie im Schlaf gestöhnt und geschrien. „Wieso schlafen? Ich träume …“ er verstand sie kaum, sie hauchte die Worte mehr, als dass sie sie sprach.
„Blöde Träume?“ – „Tiefe Träume“, Maia war offenbar schon wieder weg, nicht mehr zu erreichen.

Wieder die Gestalt, wieder das Fläschchen, wieder, und wieder. „Du hast mich doch lieb!“ Maia kämpft, sie wehrt sich, sie will aufwachen, sie kann nicht aufwachen. Es fängt von vorne an.
„Du redest sehr viel, wenn der Tag lang ist!“ Eine Stimme, eine Stimme aus dem Nichts. Und noch eine … „Maia, psst, jetzt nicht.“ – „Ich wach jetzt auf! Das ist alles nur ein böser Traum!“ – „Mach doch!“, die Gestalt mit der Flasche lacht, kringelt sich unmöglich, hat kein Rückgrat.
„Das kann nicht sein … lass mich hier raus!!“ – „So was sagt man nicht, Maia!“ Wieder so eine Stimme aus Eis und Eisen. „Ich will hier raus … bitte …!“ Maias Worte werden nicht gehört, sie hört sie selbst nicht, sie werden ihr von den Lippen gestohlen.
„Lass das!“ – „Gleich gibt’s was!“ Hinter ihr? Vor ihr, unter ihr? „Maia? Das ist nicht sehr lieb von dir…“

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Dieser Beitrag wurde am 12. August 2012 um 14:06 veröffentlicht. Er wurde unter Allgemein abgelegt und ist mit , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

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