Harte Strahlung

Vor mir ist alles schwarz, bis zum Horizont, kaum noch ein Flecken Hoffnung. Ich renne, denn hinter mir sind die Wolken, die Blitze, das Donnern, dass einem den Schädel sprengen will.
Aber was interessiert mich der Blitz, was kümmert mich der Donner. Der Tod kommt mit der harten Strahlung der Wolken, mit der Strahlung, die meinen Körper aufbläht und mit Geschwüren übersät. Ich renne schneller, um der Strahlung zu entfliehen.
Mit mir rennen Tausende, mit mir rennen Millionen. Ich hänge schon ein bisschen hinterher. Sie werfen Ballast ab, und was sie abwerfen sind Fußangeln, Bärenfallen, Handgranaten.
Ich renne weiter, hüpfe, stürze, raffe mich auf. trage das, was ihnen wertvoll ist, hinter ihnen her. Immer mehr überladen, immer härter pocht mein Herz. Ich mach nicht schlapp, ich laufe schon eine Ewigkeit, ich mach nicht … und wieder falle ich.
Als ich aufstehen will, merke ich, dass meine Beine zu müde sind, dass in mir alles ruhig wird. Ich schau mich um. Zum ersten Mal schaue ich mich um und schau in die Wolken, schau in das Gewitter. Es ist schön.
Ich schaue in das Gewitter, bewundere das Gewitter, lass mich nach hinten fallen, um zu sehen, wie mich die Wolken endlich einholen.

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Dieser Beitrag wurde am 16. August 2012 um 10:51 veröffentlicht und ist unter Allgemein abgelegt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

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