Der Ruf

Schritt für Schritt, das Pferd erklimmt den Waldesrand
Schritt für Schritt, der Reiter sucht nach Feindeshand
Grau und schwarz, der Stoff, gewirkt, der  war einst gut
Weiß das Haar, schon vor der Zeit, die Augen Glut

Dann treibt er an, das Ziel im Blick, er springt vom Pferd
Er sieht den Stein, er springt vom Rücken und nimmt was auf
Er wirft das Haar, er lässt der Nachricht ihren Lauf
Zurück aufs Pferd, Schleier im Blick, er macht nun kehrt.

Dunkel der Himmel, der halbe Turm vor dunklem Grau,
Einsam das Licht, das die Küche erhellt, im geschleiften Bau,
Dort sitzt der Prinz, den man vergaß, er wirft das Haar
Er liest die Zeilen, Mal um Mal, sie bleiben wahr.

Er kann nicht länger schweigen, will sich nicht verstecken,
Wut spannt seine Glieder, lang will er sich strecken,
ein Balken hält ihn auf, erinnert an Gefahren,
er denkt an seine Bauern, er will den Frieden wahren

Es reißt in ihm, die Wut, die Pflicht, allein zu sein,
allein zu bleiben, ohne Ziel, allein mit Wein.
Er steigt hinauf, mit schwerem Schritt, den halben Turm
Er steht auf Mauern bröckelig und alt im Sturm

Er denkt an seine Freude, seine Pflicht und Macht,
er steht, wie ein Soldat auf Posten in der Nacht,
„Vergessen ist der Prinz fast ganz, vergessen soll er sein“
So denkt er sich, als er abspringt, „Vergessen soll er sein!“

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Dieser Beitrag wurde am 8. September 2012 um 21:17 veröffentlicht. Er wurde unter Allgemein abgelegt und ist mit getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

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