Eis

Die Welt ist Eis, der Junge stolpert auf die Fläche, eine Hand hat ihn gestoßen. Er schlittert, sucht nach Gleichgewicht. Langsam nur kann er den Kopf heben, langsam findet er seine Balance.
Die Schritte werden größer, er gewinnt an Schwung, er findet seinen Rhythmus. Seine Anspannung verliert sich. Bis er gegen eine Kante stößt, bis ihn ein Loch im Eis festhält, bis er mit einem Krachen auf dem harten Weiß landet.
Der Junge weint, und seine Tränen rinnen und gefrieren. Er steht auf, macht vorsichtige Schritte und findet schnell wieder seinen Takt. Die Augen sind wieder trocken.
Schritt um Schritt geht es vorwärts, doch dann bricht er ein, fällt in warmes Wasser, heißes Wasser, zu heißes Wasser. Er springt heraus, wie eine Robbe schießt er heruas, wieder auf die Eisfläche, und er gleitet wieder dahin, und er lacht bei jedem Schritt, und er schreit, wann immer er wieder ins Wasser fällt, weil er nicht weiß, wann das Wasser kalt sein wird, und tief und schwarz.
Er gleitet über das Eis, bricht ein, springt heraus, der Wind zieht durch seine immer wieder nasse Kleidung, er friert vor Kälte, das Lachen, dass er lacht, wenn er gleitet, das Lachen wird immer seltener.
Und doch springt er weiter, versucht den Stellen auszuweichen, die gefährlich aussehen, und er bricht wieder ein, und springt, und schreit, und freut sich, dass er noch lebt, dass das Wasser noch nicht kalt ist und schwarz … und tief.

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Dieser Beitrag wurde am 15. September 2012 um 16:14 veröffentlicht und ist unter Allgemein abgelegt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

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