Er kriecht

Man hatte ihm Gewicht aufgebürdet, so viel, dass sein Schritte tief in den weichen Boden einsanken. Man schaute, man stellte sich auf allen Seiten um ihn herum. Man belud ihn weiter. Manchmal, da konnte man sehen, da schaute er wohlgemut, ja, er nahm es leicht, schlug man ihn und lastete ihm noch mehr auf.
Und dann, dann wartete man. Man wusste, die Last würde ihre Aufgabe erledigen. Und richtig, jetzt war es so weit. Bis zum Bauchnabel steckte er im Boden, die Schultern lagen auf, seine Stirn drückte sich schon in den Boden. Dann ging jemand hin und nahm das Gewicht weg, einfach so.
Jemand sagte: „Er kriecht!“
Aber es war nur die halbe Wahrheit. Er blieb am Boden, weil er erwartete, dass die Last in jedem Moment zurück wäre. Vorsichtig bewegte er sich, und sie lachten, lachten über seine Vorsicht, lachten über seine Unbeholfenheit. Die Last hatte gesiegt.

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Dieser Beitrag wurde am 17. Dezember 2012 um 13:31 veröffentlicht und ist unter Allgemein abgelegt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

Ein Gedanke zu „Er kriecht

  1. Dülla sagte am :

    Burnout… Da war ich auch schon… Es hat lange gedauert bis ich Begriffen habe das es fast immer einen gibt der hilft. Wenn man es schafft seinen Stolz zur Seite zu schieben und um Hilfe zu bitten, dann braucht man keine Last alleine tragen, dann baut man zusammen einen Gepäckwagen. 😉

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